Zurück

Naturwissenschaften im Fokus
Von Lehrerin Danielle
Zum Einstieg in die Naturwissenschaften haben wir uns diese Woche gefragt: Was ist Wahrheit und wie können wir sie finden?

Foto: Die Kinder bei Lumos halten fest, was wir wissen können, was wir zu wissen glauben und wie wir beides unterscheiden.
In einer Welt voller widersprüchlicher Aussagen und neuer Technologien hilft wissenschaftliches Denken Kindern, gute Fragen zu stellen und einzuschätzen, welchen Aussagen sie vertrauen können. Sie lernen, ihre Meinung zu ändern, wenn bessere Belege vorliegen, statt einfach zu übernehmen, was man ihnen sagt.
Am Anfang steht das Nichtwissen
Die Kinder erhielten Rätselboxen, die wir selbst in 3D gedruckt und anschliessend dauerhaft verschlossen hatten. Sie beobachteten, stellten Fragen und formulierten Hypothesen: Erklärungen, die sie überprüfen konnten. Sie durften ihre Boxen schütteln, bewegen und daran lauschen. Anschliessend zeichneten sie Skizzen von dem, was sie im Inneren vermuteten.

Foto: Die Kinder bei Lumos hören genau hin, um Hinweise auf den Inhalt ihrer verschlossenen Rätselboxen zu finden.
Die Ungewissheit war gewollt. Wissenschaft beginnt oft mit Neugier und der Frage: «Wie könnten wir das herausfinden?»
Kritische Fragen sind willkommen
Die Gruppen tauschten ihre Boxen aus und überprüften die Erklärungen der anderen. Sie suchten nach Belegen, die eine Idee stützten oder infrage stellten, und schlugen Änderungen vor. Als sie ihre Boxen zurückbekamen, entschieden die Kinder, ob sie ihre ursprünglichen Erklärungen überarbeiten wollten.

Foto: Die Kinder bei Lumos stellen ihre Skizzen zu den Rätselboxen vor und laden die anderen ein, ihre Ideen zu hinterfragen und zu überprüfen.
Eine Idee ist nicht unantastbar, nur weil sie unsere eigene ist. Gute Forschende begrüssen kritische Fragen, vergleichen unterschiedliche Deutungen und ändern ihre Meinung, wenn die Belege dafür sprechen.
Die Boxen bleiben geschlossen
Die Boxen sind dauerhaft versiegelt. Wir haben sie weder geöffnet noch verraten, was darin ist. Genau das war ein zentraler Teil der Lektion.
Auch Forschende können nicht immer einfach hineinschauen und nachprüfen. Um das Erdinnere, Atome oder die ferne Vergangenheit zu erforschen, sammeln sie Belege, prüfen unterschiedliche Erklärungen und beurteilen, welches Modell am besten gestützt wird.
Neue Belege können eine Erklärung stärken, schwächen oder grundlegend verändern. Wissenschaft strebt nach immer verlässlicheren Aussagen, nicht nach absoluter Gewissheit.

Foto: Die Boxen bleiben verschlossen, während die Kinder bei Lumos ihre besten Erklärungen und die Belege dafür festhalten.
Das ist die Lernkultur, die wir uns wünschen: Kinder stellen mutig Fragen, hinterfragen die Ideen der anderen mit Bedacht und stützen ihre eigenen Ideen auf Belege. Dabei bleiben sie bereit, ihre Sichtweise zu überdenken.
Sie lernen nicht nur, was Forschende wissen. Sie erleben, wie dieses Wissen entsteht.